Forum Allmende
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Vorschau

Aus Anlass der Landesgartenschau geben Waltraud Liebl-Kopitzki und Siegmund Kopitzki unter dem Titel „Überlingen literarisch“ im Verlag Gmeiner, Messkirch, ein umfangreiches Lesebuch heraus. Es wird im Frühjahr erscheinen und für Mitglieder von Forum Allmende als Jahresgabe ausgegeben.


Die diesjährige Ausstellung von Forum Allmende, wie immer in Zusammenarbeit mit dem Hesse Museum in Gaienhofen und in dessen Räumen, findet vom 18. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 statt und trägt den Titel „Tochter. Fotografin.Verlegerin“. Näheres dazu unter Ausstellungen.


Zur Meßkircher Tagung, die anlässlich des 65. Geburtstags zu Person und Werk von Arnold Stadler stattgefunden hat, befindet sich ein Band in Vorbereitung.



Längerfristig planenden Mitgliedern geben wir hier bereits das Datum der Mitgliederversammlung bekannt:
sie findet vom 18. bis 20. September 2020 in Überlingen statt.

Das Grün oder Der dritte Schöpfungstag.
Freunde der Landesgartenschau 2020 in Überlingen veranstalten drei Symposien zum „Garten im Reigen der Jahreszeiten.“
Die Landesgartenschau 2020 in Überlingen hat Freunde in der Bürgerschaft. Dazu gehören der Beuroner Benediktiner und als Klausner auf der Burg Ramsberg lebende Fr. Jakobus Kaffanke OSB und der kulturaffine Unternehmer Willy Berchtold. Ihre Idee: Parallel zur Landesgartenschau ein Symposion zum Thema „Das Grün“ zu veranstalten. (Das erste Buch Mose erzählt bekanntlich, dass Gott am dritten Schöpfungstag frisches Grün, Pflanzen jeder Art mit ihren Samen und alle Arten von Bäumen mit samenhaltigen Früchten auf der Erde hat sprießen lassen.)
In der Folge holten sich die beiden Initianten Verstärkung, sodass am Ende nicht nur eine Gruppe von fünf engagierten Köpfen entstand, sondern drei Symposien zum „Garten im Reigen der Jahreszeiten“ auf den Weg gebracht wurden. Der „Garten Erde“ wird von Theologen, Wissenschaftlern, Politikern, Publizisten, Schriftstellern und Künstlern beackert. Angesichts der Debatte um die Klimaveränderung spielt die Gegenwart in den Vorträgen eine Rolle:  welche Verantwortung tragen wir für die Bewahrung der Erde? Sind wir noch zu retten?

Die erste Veranstaltung im Kursaal Überlingen beginnt am Samstag, 2. Mai, 14 Uhr, mit einem Referat von Prof. em. Dr. Jan Assmann. Der Ägyptologe spricht über „Kosmogonie und Garten im Alten Ägypten“. Anders als in der Bibel sind Kosmogonie – also Erklärungsmodelle zur Entstehung der Welt – und Garten in Ägypten zwei verschiedene Themen. Die alten Ägypter lebten in einer Welt, die sie sich nicht von Gott erschaffen, sondern aus Gott entstanden dachten. Das führt zu einem anderen Menschen- und Weltbild. Aus dem Blickwinkel des Naturwissenschaftlers betrachtet Prof. Dr. Axel Meyer die Schöpfungsgeschichte. Er spricht über die „sechs größten Missverständnisse über die Evolutionstheorie“. Prof. Dr. Michael Albus aus Mainz schließlich wirft in seinem Vortrag „Sechs Tage – und (k)ein Ende?“ angesichts der Klimakrise grundsätzliche Fragen auf und versucht darauf erste Antworten und Aufgaben zu finden. Eine mögliche: Schöpfung als bleibender Auftrag der Religionen.

In einer zunehmend säkularisierten Welt werden Bekenntnisse von Künstlern zu Gottes Schöpfung seltener. Anders der Bildhauer Robert Schad, der ein Kreuz für den Wallfahrtsort Fátima geschaffen hat und der Schriftsteller Dr. Arnold Stadler, in dessen Werk es viele Glaubensbezüge gibt. Am Abend (20 Uhr) diskutieren sie miteinander. Der Titel ihres Gesprächs: „Gott ist mehr als das, was wir über ihn sagen können“. Moderation: Siegmund Kopitzki.

Den Abschluss des ersten Symposions bildet am Sonntag, 3. Mai, 11.30 Uhr, ein interaktiver Vortrag mit Dr. Monika Griefahn. Die niedersächsische Umweltministerin hat ihren Beitrag provokativ „Greta und der Papst: Die Verantwortung für Klima und Schöpfung im Anthropozän“ betitelt. Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo, wie Kopitzki Mitglied der Fünfergruppe, moderiert die Veranstaltung.   

Das zweite Symposion lädt seine Besucher vom 6. bis zum 7. Juni in die Suso-Kirche in Überlingen ein. Das Motto der Veranstaltung: „Sommer, Hohe Zeit (Hochzeit). Zeit der Liebe, Marienzeit, Mystische Liebes- und Gotteserfahrung“; Musik steuert das Überlinger Trio Ensemble BlanscheFlur bei. Kristina Paleit aus Freiburg spricht in einem ersten Vortrag über die „mystische Symbolik der Maria im ‚Rosenhag‘ bei Martin Schongauer“. Dabei geht es um das 1473 von Martin Schongauer geschaffene Tafelbild. Im Anschluss an diesen Vortrag widmet sich Christoph Bauer, Leiter des Kunstmuseums Singen, der „Madonna im Stacheldraht“ von Otto Dix. Das Triptychon ist 1945 im Kriegsgefangenenlager in Colmar entstanden. Der dritte Referent beschäftigt sich mit der Frage, woher die studentische Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“ 1942/43 ihren Namen bezog. Der Überlinger Historiker Oswald Burger, Mitglied der Initiative, gibt dazu einige überraschende Antworten. Die abendliche Veranstaltung gestaltet Prof. Dr. Markus Enders aus Freiburg. Sein Vortrag gilt der „Rosenmystik“ in den Schriften und Illuminationen von Heinrich Seuse. Der Sonntag, 7. Juni, 11.30 Uhr, ist gefüllt mit Lesungen der Referenten zu literarischen, theologischen und mystischen Motiven etwa bei Seuse, Meister Eckhart und dem Schriftsteller Martin Walser. Moderation: Jakobus Kaffanke OSB.

Das dritte und letzte Symposion kehrt am 3. und 4. Oktober wieder in den Kursaal Überlingen zurück.
Das Thema: „Der Garten in der Literatur“. Auch hier versammelt das Symposion unterschiedliche Sichtweisen auf und Redeformen über die Natur. Zunächst berichtet Prof. em. Dr. Karl Heinz Göttert darüber, was Autoren der Antike und des Mittelalters darüber schrieben, als „die Natur noch sprach“. Die Münchner Schriftstellerin und Künstlerin Anita Albus erzählt von der Evolution, der Epigenese und den Metamorphosen in der Natur am Beispiel der Falter und Motten. Der Herausgeber der Werke von Hermann Hesse, Dr. Volker Michels, entführt
die Zuhörer in die Gärten des Nobelpreisträgers auf der Höri und im Tessin. In der Abendveranstaltung (20 Uhr) stellt Büchner-Preisträger Martin Mosebach sein neuestes Buch „Krass“ vor. Ein Kapitel widmet sich den capresischen Gärten. Das Finale der drei Symposien bestreitet am Sonntag, 4. Oktober, 11.30 Uhr, der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler. Er wird seine Erzählung „Die Rückeroberung“ lesen, in der er schildert, wie sich die Tiere und Pflanzen, die von den Menschen verdrängt worden sind,  seine Stadt Zürich zurückerobern. Eine Science Fiction der anderen Art, moderiert von Oswald Burger. 

Die Symposien ergänzen nicht nur, „sie bereichern den Veranstaltungsreigen der Landesgartenschau 2020“, kommentiert Edith Heppeler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau die Initiative der Fünf. Bärbel Schobinger arbeitet im Hintergrund an dem Projekt „Das Grün“ und unterstützt die Veranstaltung. Die Landesgartenschau bewirbt die Reihe und beteiligt sich mit einem finanziellen Beitrag. Im Gegenzug erhalten Besitzer von Dauerkarten für alle drei Symposien freien Eintritt (der Besuch eines Vortrags kostet 10 Euro, ein ganzes Symposion 30 Euro, drei Tagungen 60 Euro). Kartenvorverkauf: BuchLandung,
Jakob-Kessenring-Str. 38, 88662 Überlingen, Tel.: 07551-945 6515, mail@buchlandung.de
                                                                                                                                      Siegmund Kopitzki