Die protestantische Familie Dortenbach und die jüdische Fabrikantenfamilie Martell leben seit Generationen verbunden in einer württembergischen Weinstadt. Claudia und ihr Mann, der Rechtsanwalt Dr. Helmuth Martell, fühlen sich ihrer schwäbischen Heimat zutiefst verbunden.
Umso fassungsloser erlebt Claudia Martell das Erstarken des Nationalsozialismus und die rasante Entfremdung von einst vertrauten Menschen, Freunden und sogar engsten Familienmitgliedern. Unter dem wachsenden Einfluss der NS-Diktatur vermag sich die junge Frau aus ihrer anfänglichen Lähmung zu lösen. Entschlossen findet sie schließlich einen mutigen Weg, um sich, ihren Mann und ihre beiden Kinder aus den radikal veränderten Verhältnissen eines ihr fremd gewordenen Landes zu führen.
Der Roman »Gast in der Heimat« erschien Ende 1935 im renommierten Amsterdamer Exilverlag Querido. 1936 wurde er mit dem »Nachtrag I zur Liste 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums« indiziert und in Deutschland verboten. 85 Jahre nach seinem Verbot erscheint der Roman nun erstmals bei uns als deutsche Buchausgabe.
Anke Heimberg studierte Germanistik, Soziologie und Medienwissenschaften in Marburg und Wien. Sie lebt und arbeitet als freie Literaturwissenschaftlerin und Publizistin in Berlin.
Eintritt 8 €
Evangelisches Pfarrhaus am See, Überlingen